wieder ein neuer audio-beitrag über den orf.
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ab heute reicht es mir. von nun an und auf unbestimmte zeit werde ich mich auf diesem blog ausschließlich dem treiben im gesamten orf widmen.
nachdem der orf kürzlich erst bekannt gegeben hat, wie das zukünftige programm aussehen soll, folgt heute, freitag, der 11.09, der erste showdown: “der mentalist”. bejubelt auf oe24.at.
vor allem auf dem küniglberg ist schon die rede von einer offensive auf öffentlich-rechliche weise. beim publikum wird da nicht sehr viel durchkommen, wahrscheinlich weil der verarbeitungsprozess alles sinnvolle zermalmen wird. was aber schmerzt: der aufschneider, in der hauptrolle josef hader, wird von einer serie zu einem zweiteiler zurechtgestutzt.
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der dritte nationalratspräsident martin graf lässt nicht locker. in seinem weblog schreibt er gegen eine “grafobie” an, die seiner meinung nach in österreich herrscht. vor allem geht es ihm immer noch um die volksabstimmung über eine rückkehr südtirols zu österreich. in einer deutschen tageszeitung sieht er erneute bestätigung.
in seinem weblog www.unzensuriert.at meint graf, dass die heimischen medien “dankbar” auf seine aussagen “aufgesprungen” sind. außerdem habe sich in diesem land wieder einmal eine breite front für seinen rücktritt stark gemacht, was er naturgemäß kritisiert. den ausländischen medien spricht er wider erwarten mehr feinfühligkeit zu, namentlich der stuttgarter zeitung.
in dem artikel aus dem deutschen blatt geht es vordergründig um die von graf angeregte volksabstimmung, aber auch um die debatte rund um graf selbst und die ausübung seines amtes. er führt den artikel vor allem deswegen an, weil er der meinung ist, dieser bestätige ihn und seine vorhaben. liest man den bericht durch, ergibt sich ein denkbar anderes bild.
tatsächlich wird graf selber nur im dritten absatz ausgiebiger zitiert; im vorletzten gibt es kritik an der autonomie südtirols. sieben weitere absätze behandeln die gegen-kritik der anderen politischen parteien österreichs an graf. wieso er sich dennoch im recht sieht?
von interesse könnte hier der vorletzte absatz sein. da wird johanna wörndle zitiert, sprecherin der südtiroler landesregierung. diese meinte, dass sich die österreichischen südtiroler “nicht besonder stark mit dem italienischen staat” identifizieren würden. sie weist auch darauf hin, dass sich eine angespannte stimmung bemerkbar mache und diese von beiden seiten, also rom und bozen, angeheizt werde.
bingo, möchte man meinen. doch da wird graf wohl aufgehört haben zu lesen. denn anschließend kommt sie zum punkt: durch grafs äußerungen “schaukelt sich das weiter hoch”. sie gibt ihm nicht recht; im gegentiel: graf schadet. offenbar nicht mehr nur in wien, sondern auch im nachbarland italien.
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ich war in bosnien-herzegowina. mir sind sehr viele dinge erzählt worden, die mich aus den fugen gerissen haben. einiges möchte ich nun niederschreiben. manches wird es folgen. heute: die radikalisierung in sachen islam anhand eines fallbeispiels.
mein ehemaliger kumpel ist ein wahhabite. er ist ein wenig jünger als ich, aber seit ungefähr einandhalb jahren hab ich ihn nicht mehr gesehen. er soll sich einen langen, rot-orangen bart wachsen haben lassen, samt einer glatze. er soll nur mehr koran-verse zitieren, nach dogmatischer ausprägung sein leben führen und jeglichen kontakt zu “ungläubigen” meiden. deswegen habe ich ihn seitdem auch nicht mehr gesehen.
es geht auch das gerücht um, seine restliche familie sei dieser ultra-konservativen gemeinschaft beigetreten. als mitglied bekommt man geld, gutes geld, dass in bosnien immer noch knapp ist, genau so wie eine anständige arbeit. irgendwo um die 300 mark, also 150 euro, sollen es pro monat und person sein. das geld soll aus saudi-arabien kommen, genau so wie die wahhabiten.
die wunderbare brücke von mostar ist sinnbild für die ewigkeit am balkan, aber auch für die brüchigkeit (PIXELIO/sunduk.clan.su)
am ende von rahic und kurz vor cande haben sie sich eine moschee aufgebaut, die langweiliger und mysteriöser nicht sein könnte. manchmal, wenn man spät abends oder früh morgens die kleine, enge straße abgeht und an diesem häuschen vorbei kommt, kann man die männer mit ihren dicken bärten sehen, wie sie ihre kinder und kleinkinder mit in den gebetsraum nehmen. wahrscheinlich um zu beten, wobei, viel dringt nicht nach außen.
überhaupt gibt es keinen wirklichen kontakt zwischen wahhabiten und den “normalen” bosnjaken, also den bosnischen moslems. die einen meiden die anderen, vermutlich, weil sich beide gruppierungen nicht sonderlich gut riechen können. was aber nicht unverständlich ist. immer öfter, seit einigen jahren schon, sehe ich vermehrt junge frauen mit kopftüchern und einer fast-ganzkörper bekleidung. nur das gesicht ist zu sehen, keine haare, keine beine, keine arme. neben ihnen gehen selbstbewusste mädls in miniröcken und undezenten dekolletees. beides irgendwie surreal.
mein ehemaliger kumpel e. will jetzt seine zweite frau heiraten. er ist immer noch jünger als ich, hat nie einen vernünftigen job gehabt, und hat seine elektro-ausbildung umsonst gemacht. doch “in bosnien ist diese sache im auseinanderfallen”, so zumindest mein friseur in rahic, der mich in solchen dingen immer auf dem laufenden haltet. er muss es ja wissen, schließlich weiß ich viele dinge auch nur von ihm. wobei, die sollen auch wirklich stimmen.
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darf geschossen werden, denn mittlerweile steht auf alles die todesstrafe. der landeskaiser hat auch immer einen flotten spruch auf lager.
LH Pröll und seine Affinität zu wohlüberlegten Aussagen.
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die ravag hat da doch auch gesendet. aus einem nazi-stollen, in der nachrkriegszeit. deswegen kann man da doch auch ein museum für den besoffen verunglückten haider hinknallen. er schon.
die ravag hat aber nicht von dort aus gesendet; schon gar nicht in der nachrkiegszeit. die ravag, also die radio- und verkehrsaktiengesellschaft, wurde von nazi-deutschland 1938 gleichgeschaltet. und hörte auf zu existieren, so wie die eigenständige österreichische identität.
wer hat denn wo gesendet, mr. dörfler? (PIXELIO/Peter von Becher)
aber, ein wenig hat er ja recht. gesendet wurde aus diesem stollen, auch in der nachkriegszeit. nämlich von der britischen besatzungsmacht, die eben nach ihren idealen einen eigenen sender (“sendergruppe alpenland”) errichtet hatte. und nicht, wie dörflers lexikalisches wissen es darlegt, der orf oder gar der vorgänger des orf.
der orf ist heute öffentlich-rechtlich, sprich eine stiftung mit eigener rechtspersönlichkeit. und keine aktiensgesellschaft, auch nicht auf gewinn ausgerichtet. schon mal institutionell nicht vergleichbar; personell noch viel weniger.
das ganze ist aber nicht vom orf selber aufgedeckt worden. sondern von einer, sagen wir mal, outgesourceten stelle. gäbe es diese stelle nicht (die der orf trotzdem noch unterstützt), niemand würde dörflers verbale eskapaden in mediengeschichtlichen angelegenheiten kanalisieren. was sind wir froh, dass wir etwas wissen.
derstandard.at – Artikel
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kaum zu glauben, dass auch ich nach all den jahren mich dazu entschieden habe, meine online-präsenz auszuweiten. mittlerweile schlage ich meinem (zweiten) arbeitgeber schon vor, online mehr zu machen, dh. mehr leute zu erreichen und flexibler zu sein.
das projekt eines weblogs ist unfassbar, va unfassbar unkompliziert und effizient. die geschwindigkeit, mit der userInnen dahinrasen, die ignoranz, mit der uninteressantem begegnet wird, ist schon verblüffend. wir können alles, wir müssen nichts. das ist ein ungemeines potential, natürlich mit gefahren, va. der einen, in dieser unüberblickbaren menge unterzugehen.
mit einem sauberen manegement sollte das aber nicht passieren. einige wiffe schreiberlinge mit motivation und laune paaren kann schon dafür sorgen, dass ohne großem mehraufwand meinungen deutlich mehr verbreitung finden. ganz einfach, ganz schnell.
der erste schreck wird auch gleich verdaut sein, wenn wir uns überlegen, dass gerade durch diese hohe summe an meinungen und geäußerten ansichten eben nicht alles nivelliert wird. große menge = kleiner preis? das gilt, glaube ich, nicht in punkto information. va. glaube ich, dass gerade durch diese anhäufung von texten, videos und bildern im netz und in den übrigen, alten, mitunter faden medien, der bedarf nach “wirklichen” nachrichten steigt. sozusagen nach den granaten unter den artikeln.
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zu einem neuen artikel für den wiener augustin (für august) war es meine überlegung, den themenkomplex asyl, einwanderung und fremdenrecht übersichtlich und nachvollziehbar darzustellen. es ist mir wichtig, dass der artikel ua. eine begriffserklärung liefert, was denn fremdenrecht bedeutet, wie sich ein asylwerber in schubhaft fühlt und was die grundversorgung denn so ist.
also stehe ich vor der herausforderungen, zusätzlich zu dem ereignis (ereignisjournalismus) auch investigativen bzw. bildungsjournalismus betreiben zu müssen und zu wollen. dafür hat mir das blatt auch zwei seiten eingeräumt – und die werde ich allemal brauchen.
zusätzlich zu dem artikel habe ich einen kleinen radiobeitrag zusammengeschnitten. er ist noch weit davon entfernt, sendetauglich zu sein. und meine stimme habe ich noch immer nicht unter kontrolle. aber ich habe mir mühe gegeben. obwohl der beitrag nicht das erfüllt, was der artikel im augustin bringen soll. mit diesem kurzen audiostück will ich nur mine übungserfahrungen demonstrieren. also achtung!
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ipak, zanimljivo je kako je stara jugoslavija postala ovaki kult. you tube je pun nekih propagandskih videa i himna i, reci mo, ljubavnim pjesmama o jugoslavije. tako su obrnute emocije, koje se pokusavaju stvoriti, da moja generacija vise nije ni sposobna da ocijeni historiju jugoistocne evrope.
i, evo dva videa, koja su cista propaganda – ali i na nekom nacinu su zanimljiva za gledanje. ali: pozor!
es ist interessant, wie das alte jugoslawien zu solch einem kult werden konnte. youtube ist voll von propagandistischen videos und hymnen und, sagen wir, liebensliedern über jugoslawien. die emotionen, die erzeugt werden sollen, sind so verdreht, dass gerade meine generation kaum eine chance hat, die geschichte südosteuropas richtig einzuordnen.
hier noch zwei videos, die reine propaganda sind – und dennoch auf eine art und weise ineteressant anzusehen. aber: achtung!
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viele haben es gemerkt, einige wollen es noch nicht so recht wahr haben: wien ist nicht nur eine großstadt und eine metropole. die bundeshauptstadt wird auch immer schneller; und viele fühlen sich dadurch an den rand gedrängt. deswegen: entschleunigen. oder?
das thema wird wohl nicht nur aufgrund der derzeitigen krise aktuell. das streben der menschen, sich immer wieder mal zu entspannen und die gemütlichen seiten des lebens zu entdecken, ist offenbar wieder “in”. genau diesem ansatz, verbunden mit dem vorsatz der nachhaltigen lebensweise, widmet sich auch ua. die agenda gruppe “slow city” der agenda 21 josefstadt.
sie stellen mitunter folgende fragen: wie schaffen wir es, dass der achte wiener gemeindebezirk seinen dörflichen charakter beibehält? wie den verkehr reduzieren? und was für eine rolle hat für uns fair trade, bio und ähnliche zertifikate der fairness und nachhaltigkeit?
mit diskussionen und weiteren veranstaltungen versuchen sie, die bürgerInnen zu erreichen. und die politik wird auch nicht ausgespart, ist die agenda 21 doch ein von der uno initiiertes projekt auf gesamtglobaler ebene. wien ist seit 1996 dabei.
Gesundes Essen kann auch fair oder gar rein biologisch sein. Aber vor allem deswegen auch teuer. (PIXELIO/RenataAsali)
allerdings geht auch in diesem diskurs ein wenig unter, für wen eigentlich eine ausgeprägte nachhaltigkeit im lebensentwurf gedacht ist. spätestens ab jetzt bekommt die romantische idee einen riss, denn die arbeiterInnenklasse wird dezidiert ausgespart. und so bleibt beispielsweise ein drei-familien-haushalt mit zwei arbeitenden elternteilen außerhalb der zielgruppe, vor allem deswegen, weil das geld nicht ausreicht.
aber auch der bewusstwerdungsprozess ist schwierig. wie an menschen herankommen, die aufgrund von ermüdung am späten nachmittag nicht eine zeitschrift für vegane lesen – sondern die krone. wenn sie denn überhaupt lesen. zumindest hier wird eines klar: das gegenteil von gut ist oft gut gemeint.
ps: willst du mehr wissen? im augustin kannst du den aktuellen artikel dazu lesen. erscheinungsdatum: mittwoch, 17.06!
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