es ist bezeichnend für ein staatsnahes medium, dass es von zeit zu zeit einfach mal blödsinn schreibt. denn, wie schon friedrich hausjell in der nächsten augustin-ausgabe meint: wenn der förderer in der nähe sitzt, dann kommt’s schnell mal zu unannehmlichkeiten. oder zu unfreiwilliger komik, wie am beispiel der wiener zeitung zu sehen ist.
endlich gibt es bewegung in sachen asylregelungen auf gesamteuropäischer ebene. das bald neu zu wählende eu-parlament hat sich dafür entschieden, dass asylwerberInnen schon nach sechs monaten eine arbeitserlaubnis erhalten. und das reichsblatt wiener zeitung (wz) berichtet natürlich darüber.
“fast alle gegen neue eu-asylrichtlinie”, heißt der titel des auf seite vier der dienstagsausgabe erschienen artikel. wer ihn geschrieben hat? keine ahnung, eine autorin wird nach alter wz-manier erstmal gar nicht angeführt. aber es wird wohl auch gründe geben, wohl auch ganz gewichtige gründe, warum sich niemand so recht verantwortlich für diesen bericht zeigen möchte.
“österreich wird novelle nicht zustimmen”, heißt es weiter im no-name-artikel. das kann auch gerne geglaubt werden, dass österreich hier nicht zustimmen wird. aber: wer genau ist denn dieses österreich? die parteien? die bevölkerung? hä?
eine zeitungsente ist eine zeitungsente ist eine ... (PIXELIO/Knipsermann)
aber ganz ruhig, denn “entschieden ist noch nichts”, tröstet uns der ghost-writer. “im rat der eu-innenminister wurde das paket bisher lediglich vorgestellt, aber nicht diskutiert.” was sind wir froh, dass in sachen asyl- und menschenrechte noch nicht aller tage abend ist. aber, wenn österreich so einheitlich wie kaum zuvor “nicht zustimmen” wird und sowieso “fast alle” gegen die neuen bestimmungen sind, dann sind ja die 431 eu-mandatare völlig verwirrt gewesen, als sie im eu-parlament für ja gestimmt haben.
andreas unterbeger, der chef-psychologe und seelsorger der wz, konnte in seinem “nicht ganz unpolitischem” tagebuch nicht drumherum, als sich über diese “zuwanderung fördernde” asylrichtlinie aufzuregen. ist es doch fast unverständlich, dass zuwanderung gefördert oder die regelungen zumindest der genfer konvention angeglichen werden sollten. zuwandern in österreich ist ja ein klacks.
aber, unterbeger ist nicht der einzige mit einer scharfen zunge bzw. einer spitzen feder im wz-hause. herbert kasper, ein gar sehr pikanter schreiberling, weiß, wie provokation funktioniert. da erzählt er über die presse am sonntag, die othmar karas und ernst strasser auf einem foto zeigt – und in der bild-unterschrift doch tatsächlich die namen vertauschte: ob das “die austauschbarkeit von kandidaten andeuten sollte?” gewiss!
0 responses so far ↓
There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.