orf-bashing
meinungsfreiheit ist unerlässlich, doch manchmal bedeutet sie auch eine ordentliche portion anstrengung. zB dann, wenn privatmedien der ansicht sind, sie tragen die zweckfreie meinungsfreiheit alleine auf ihren schultern. und der orf versuche sie daran zu hindern, ihren schund auf das publikum abzuwerfen. deswegen betreiben sie bei jeder gelegenheit gezieltes orf-bashing und verpacken es als freiheit in jeglicher und doch in irgendeiner hinsicht. ein audio-kommentar.
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quasseln und armin wolf
audio: der beliebte anchorman ist zwar zurzeit “weg vom fenster”; doch die schlagkraft, die er vorweist, bräuchten die österreichischen tv-anstalten. vor allem bei so schwierigen gesprächspartner, wie es etwa karl-heinz grasser ist. ein neuer radio-beitrag!
Link: Hier der Radiobeitrag!
demokratie sucht journalismus
eine gesunde demokratie braucht guten journalismus. in österreich tut sich aber sowohl die medienzunft als auch das publikum mit der bewertung schwer. unzufrieden sind alle, zumeist jedoch aus falschen gründen.
ordentlicher journalismus wird in diesem land nur spärlich “produziert”. wir denken an die investigationen im bawag-skandal. auch die recherchen des florian klenk zur causa krems sind nicht zu vergessen. doch so eine arbeit braucht zeit und geld.
das publikum hat absolut keine ahnung, wie mit qualiät in den medien umzugehen ist. dass ein drei-minuten beitrag zumindest einen arbeitstag erfordert, interessiert das publikum nicht: zwangsgebühren, heute, österreich. viel mehr scheint die mehrheit der österreichischen leser nicht begeistern zu können.
es wird auch vermutlich gerne hingenommen, dass (endlich) kostenlose medien den biederen und intellektuellen blättern den garaus machen. heute & österreich torpedieren den verstand vor allem jüngerer und verderben deren lesegewohnheiten und ansprüche an die umwelt auf ewig. aber wo kein wille ist…
die anständigen medien, die unsere demokratie am leben halten, ackern sich weiterhin ab. dass spitzenblätter wie der standard oder der falter der gesellschaft vor allem öffentlichkeit schaffen und alle relevanten themen professionell gestalten und moderieren, wird gerne übersehen. gratis-blätter sind super und wählen geh’ ich sowieso nur, wenn die dichands nicht dagegen sind.
und dann gibt es auch diejenigen, die die etablierten medien am liebsten in der gosse sehen würden. den aggressiv-progressiven ist alles suspekt, was funktioniert und nicht basisdemokratisch organisiert ist. aber sowohl der journalismus als auch professionelle medien sind für eine demokratie unverzichtbar. sie sind wie die menschenrechte: künstlich erschaffen und sie werden erst geschätzt, wenn sie nicht mehr vorhanden sind.
eberau: was ‘ne erstaufnahmestelle?
wer braucht so etwas und was genau ist denn überhaupt eine so genannte erstaufnahmestelle? wer sich das fragt und dennoch bei der aktuellen diskussion rund um den bau selbiger mitredet, der findet sich in der österreichischen normalität wieder. freier meinungsbildungsprozess halt. und während wir diese demokratiefeindliche art des öffentlichen diskurses weiter führen, soll hier mal ein versuch unternommen werden, einige wenige grundlagen für die diskussion zu liefern.
eine erstaufnahmestelle, kurz EaSt, ist ein gebäude, in dem flüchtlinge ihren antrag auf internationalen schutz stellen. nichts anderes. dann warten diese einige zeit – meist ein bis zwei wochen – und dann weiß man schon, ob sie überhaupt zum so genannten asylverfahren zugelassen sind oder nicht.
ein asylant ist ein flüchtling. und, nebenbei gesagt, das wort asylant schrammt haarscharf an einer beleidigung vorbei. wer ganz besonders zuhört, merkt auch, dass “asylant” nur von rechts-extrem und recht-außen in den mund genommen wird: eine abwertung.
flucht: warum flüchten menschen? entweder: weil die lage zuhause gefährlich, unmenschlich, unzumutbar oder gar tödlich ist – oder aus dummheit. so ein verhalten gibt es auch. dummheit soll hier mit unbegründeter flucht gleichgesetzt werden. diese unbegründete flucht auszumachen ist widerum sache der behörden und des innenministeriums – und keine angelegenheit der krone oder von österreich. die öffentlichkeit hat hier gar nichts zu sagen.
warum soll eine neue EaSt gebaut werden? damit traiskirchen entlastet wird, vermutlich.
wieso ist niessl und alles rechts von den grünen und dem lif dagegen? hier soll erneut auf die frage nach dem fluchtgrund verwiesen werden: alles den fluchtgrund und das fremdenrecht betreffend ist behördensache. schaltet sich die öffentlichkeit ein, herrscht, ähnlich wie beim unbegründeten fluchtgrund, dummheit. ergo: dumme aussagen, weil krone und österreich sich einmischen. niessl scheint ausschließlich aus diesen beiden klatschblättern seine informationen zu beziehen. demnach: keine zeitung, keine ahnung. was in gewisser weise wohl für alle parteien in diesem diskurs gelten mag.
sie warten auf godot
audio: die zwei vagabunden wladimir und estragon warten auf godot. in becketts stück über das leben und die zeit erleben die beiden helden so einiges. und doch ist alles nur ablenkung. manchmal ist diese ablenkung aber auch spaßig. ein kommentar zur inszenierung im wiener burgtheater.
Beitrag!
musik im hintergrund des beitrags: jan garbarek.
frost/nixon
audio: ein fabelhafter film über das wahrscheinlich einprägsamste polit-interview des letzten jahrhunderts: david frost im gespräch mit richard nixon. und am ende der satz, der nach den aufdeckungen von woodward und bernstein endgültig die spitze des eisbergs zum vorschein brachte. und nixon bleibt den ganzen film hindurch irgendwie liebenswert. hier mein audio-kommentar.
uni verbrannt
audio: die uni hat aufgehört zu brennen. nachdem die polizei das audimax geräumt hat, ist endlich platz für echte bildungsreformen.
fusion bzö und fpö
audio: das dritte lager ist erneut eine einheit. ein anschluss mehr. welche auswirkungen wird das haben? wen betrifft’s oder interessiert’s? wie kam es dazu?
das hören sie in diesem Beitrag.
bloggen bis zum tod
die verheerenden folgen von web 2.0 sind absehbar. doch den meisten nutzern sind diese nicht bewusst oder sie stellen sich blind. der untergang der etablierten medien wird von ahnungslosen inszeniert.
geschwindigkeit. das ist die eindeutige errungenschaft des web 2.0. die geschwindigkeit, mit der kommunikation möglich wird, ist berauschend. echtzeit war gestern. wow. ungefähr ab hier setzt auch das verständnis der mediennutzer aus, was die folgen ihres handelns sind.
wirtschaftlich ist im web 2.0 noch nicht viel zu holen. es gibt ideen, wie etwa die personalisierte werbung. doch datenschützer schreien bei jedem einblick in die persönliche kinderporno-sammlung alarm. deswegen wird es vor allem für gewinnorientierte unternehmungen schwierig, diese personalisierte werbung überhaupt zu organisieren. und mit klassischer online-werbung tut sich vor allem europa noch schwer. in den usa, so scheint’s, geht’s flotter.
neben der wirtschaftlichen unverträglichkeit gibt es aber noch andere ursachen, wieso die etablierten medien zum untergang verdonnert sind. wie gesagt gibt es für sie genau so wie für andere kaum eine sinnvolle möglichkeit, mit der entwicklung geld und damit seriosisät zu produzieren.
die veränderungen im mediennutzungsverhalten sind mindestens ein ebenso großes problem für die ökonomische zugänglichkeit zu den nutzern. diese änderungen haben vielleicht nicht ihren ursprung im web 2.0. aber sie münden letzten endes darin: die kiddies sitzen immer häufiger und immer länger vor dem pc und surfen sich die dürren finger wund. welche auswirkungen das denn auf die klassischen, alten medien hat? verheerende!
während seltsamerweise progressive hippies jeden verlust eines arbeitsplatzes aufgrund technischer inno- und inventionen ablehnen, begrüßen sie im fall des untergangs einiger größerer medienunternehmen alle negativen konsequenzen. die haben einfach ausgespielt! immer manipulieren! und die drucken die texte ja noch auf papier!
fatalerweise entsteht ein blinder fleck. während die zeitgeilen nutzer von twitter und co die vorteile bejubeln, die ihnen die möglichkeit geben, jedem alles mitzuteilen, bleibt ihr blick fixiert auf eben diesen vorteilen: opportunität. dass dadurch aber auch der qualitative journalismus, der waldheim, bawag, watergate und zuletzt berlusconis betthäschen-g’schichln enthüllt hat, untergeht, ist schnuppe.
medien sind dazu da, um spaß zu machen. und wir nennen’s halt super. alles andere ist reaktionär und hat letzten endes bestimmt etwas mit rassismus und – noch weiter gedacht – mit dem kapitalismus aus amerika und ihren zionistischen freunden zu tun. die medien als manipulierer. und jetzt könn’ma uns wehren. super.
medien mitten in der krise
audio: die etablierten massenmedien leiden. die weltweite wirtschaftskrise hat die werbewirtschaft zurückgepfiffen. die technologische konvergenz von ipod und www etc. setzt weiter ein. das nutzerverhalten verändert sich permanent. und der journalismus, das synonym für eine demokratie, ist auf der suche nach sich selbst.
hier der audio-beitrag!
