eine studie sagt, was sich das wahlvolk nun mal so denkt: politik und ihre akteure werden meist als fad, tantig oder unspektakulär wahrgenommen. einzige ausnahme soll h.c. strache sein. dem wird coolness beschieden. ein faktor, der offenbar nicht zu unterschätzen ist.
cool, fesch, tantig
bernhard heinzlmaier ist der autor dieser studie, die den titel “junge wählerinnen und wähler – kultur, ästhetik, themen, zielgruppen” trägt. die zielgruppe ist also eindeutig: junge wählerInnen. auf derstandard.at werden seine ergebnisse angeführt.
so wird eva glawischnig nicht “als jugendlich wahrgenommen”, pröll habe “keine urbane ausstrahlung” und bundeskanzler werner faymann sei “sowieso fad”. deutlich anders beurteilt er die fpö und vor allem h.c. strache. der sei cool und “fesch”. zwar ist sie “eine partei ohne substanz”, aber sie schaffe es, ihre inhalte ans volk zu bringen.
die quintessenz der ergebnisse heinzlmaiers ist also die miese wahrnehmung der hiesigen politikerInnen. alle außer einem sind fad. abschließend führt er noch aus, dass politische inhalte nicht einfach nur sachlich sein sollten, denn “im zentrum der politik kann nicht nur der inhaltliche diskurs stehen”. alles muss lustiger sein, wir müssen lustiger sein.
diese debatte ist jedoch nicht neu. das ist genau die schnittmenge, von der zb andreas dörner redet: politainmant, die vermischung von politischen und unterhaltenden inhalten/darbietungen. ursprünglich auf televisuelle formate beschränkt, beschäftigt sich die forschung in richtung politainment auch mit der kommunikation seitens der politik.
fahrlässig
zurück zu heinzlmaier: so gibt die studie eindeutig eine empfehlung in richtung vermischung. politische inhalte nicht auf ihre rationalität zurückzuführen, wirft die demokratie um jahre zurück. das wahlvolk wird so zum permanenten abstimm-vieh degradiert – oder eigentlich emporgehoben. so wird auch abseits der demokratischen wahlvorgänge und außerhalb der medialen kontrolle druck ausgeübt. politik müsse cool und hip sein, sonst wird sie einfach ignoriert.
ob das die vorstellung einer funktionierenden demokratie ist, sei mal dahingestellt. aber politisches geschehen anhand der emotionalen fassbarkeit zu bewerten, halte ich doch für sehr fahrlässig.
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dank der viel zu laschen vorgaben seitens der eu-kommission darf der orf in seiner eigenen welt weiterwurschteln. der öffentlich-rechtliche auftrag soll vor allem nur für neue dienste, wie sie auf der online-präsenz des unternehmens zu finden sind, präzisiert werden. damit wird es auch weiterhin möglich sein, “das rennen” und co. als programm mit öffentlich-rechtlichem mehrwert zu verkaufen.
nebenbei gesagt, wenn das fernsehen in österreich nicht bald seine gebühren refundiert bekommt, bleibt ihm gar nichts anderes übrig, als sich mit immer dümmeren formaten um die aufmerksamkeit – das geld – des publikums zu bemühen. der knappe horinzont, der vor allem dem oberen management zuzuschreiben ist, resultiert nicht zuletzt aus der kurzen verweildauer der generaldirektion: alle vier jahre, das ist schon seltsam. wie soll sich der orf unabhängig bewegen, wenn er zum wahlen einlädt. gewählt wird die regierung, werden politische instutitionen – ist der orf etwa eine?
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österreichs akademikerInnen halten den atem an: was? schon wieder studiengebühren? na oida!
der bürgerliche wissenschaftsminister johannes hahn möchte sie wieder haben: die studiengebühren. erst vor der letzten nationalratswahl durch die spögrünefpö-koalition abgeschafft, sind sie erneut ein kernthema österreichischer hochschulpolitik. nachdem die wiener hauptuniversität im neuen ranking des time magazines drastisch abgestiegen ist, schreien rektoren und zuständige nach mehr geld.
doch das kann es ja nicht sein. auch in zeiten der gebühren war ja nicht alles so rosig, wie man es sich momentan vorstellt: die hörsäle waren genau so überfüllt, das betreuungsverhältnis zwischen lehrenden und studierenden unfassbar und – der eigentliche kritikpunkt – die qualität war ebenso mittelmäßig. mehr geld sorgt da nicht für mehr einsicht.
was die österreichischen hochschulen brauchen, ist nicht einfach nur eine ausreichendere finanzielle unterfütterung. dadurch könnte zwar endlich mehr personal angestellt und eventuell neue räumlichkeiten gebaut werden. aber die grundlegende misere für die anti-elitäre ausbildung hat eine andere ursache: die anforderungen. österreichs studierende, hauptsächlich der wiener hauptuni, werden nicht gefordert. und die lehre ist selten easy.
dabei könnte die formel für eine minderung der studierendenanzahl so einfach sein: anforderungen und qualität der lehre erhöhen und zeitgleich förderungen für die “übriggebliebenen” im gleichen ausmaß aufstocken. denn wenn die anforderungen endlich ein realistisches und akademisches niveau erhalten, bleibt sowieso nur mehr der interessierte kern übrig. so werden studierende vom bummeln abgehalten, berufstätige studis behalten ihre nerven, da überfüllte hörsäle ein ende nehmen werden. und, was am wichtigsten ist, österreich erhält endlich eine elite die ihren namen auch verdient.
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wieder ein neuer audio-beitrag über den orf.
–> ORF
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ab heute reicht es mir. von nun an und auf unbestimmte zeit werde ich mich auf diesem blog ausschließlich dem treiben im gesamten orf widmen.
nachdem der orf kürzlich erst bekannt gegeben hat, wie das zukünftige programm aussehen soll, folgt heute, freitag, der 11.09, der erste showdown: “der mentalist”. bejubelt auf oe24.at.
vor allem auf dem küniglberg ist schon die rede von einer offensive auf öffentlich-rechliche weise. beim publikum wird da nicht sehr viel durchkommen, wahrscheinlich weil der verarbeitungsprozess alles sinnvolle zermalmen wird. was aber schmerzt: der aufschneider, in der hauptrolle josef hader, wird von einer serie zu einem zweiteiler zurechtgestutzt.
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der dritte nationalratspräsident martin graf lässt nicht locker. in seinem weblog schreibt er gegen eine “grafobie” an, die seiner meinung nach in österreich herrscht. vor allem geht es ihm immer noch um die volksabstimmung über eine rückkehr südtirols zu österreich. in einer deutschen tageszeitung sieht er erneute bestätigung.
in seinem weblog www.unzensuriert.at meint graf, dass die heimischen medien “dankbar” auf seine aussagen “aufgesprungen” sind. außerdem habe sich in diesem land wieder einmal eine breite front für seinen rücktritt stark gemacht, was er naturgemäß kritisiert. den ausländischen medien spricht er wider erwarten mehr feinfühligkeit zu, namentlich der stuttgarter zeitung.
in dem artikel aus dem deutschen blatt geht es vordergründig um die von graf angeregte volksabstimmung, aber auch um die debatte rund um graf selbst und die ausübung seines amtes. er führt den artikel vor allem deswegen an, weil er der meinung ist, dieser bestätige ihn und seine vorhaben. liest man den bericht durch, ergibt sich ein denkbar anderes bild.
tatsächlich wird graf selber nur im dritten absatz ausgiebiger zitiert; im vorletzten gibt es kritik an der autonomie südtirols. sieben weitere absätze behandeln die gegen-kritik der anderen politischen parteien österreichs an graf. wieso er sich dennoch im recht sieht?
von interesse könnte hier der vorletzte absatz sein. da wird johanna wörndle zitiert, sprecherin der südtiroler landesregierung. diese meinte, dass sich die österreichischen südtiroler “nicht besonder stark mit dem italienischen staat” identifizieren würden. sie weist auch darauf hin, dass sich eine angespannte stimmung bemerkbar mache und diese von beiden seiten, also rom und bozen, angeheizt werde.
bingo, möchte man meinen. doch da wird graf wohl aufgehört haben zu lesen. denn anschließend kommt sie zum punkt: durch grafs äußerungen “schaukelt sich das weiter hoch”. sie gibt ihm nicht recht; im gegentiel: graf schadet. offenbar nicht mehr nur in wien, sondern auch im nachbarland italien.
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ich war in bosnien-herzegowina. mir sind sehr viele dinge erzählt worden, die mich aus den fugen gerissen haben. einiges möchte ich nun niederschreiben. manches wird es folgen. heute: die radikalisierung in sachen islam anhand eines fallbeispiels.
mein ehemaliger kumpel ist ein wahhabite. er ist ein wenig jünger als ich, aber seit ungefähr einandhalb jahren hab ich ihn nicht mehr gesehen. er soll sich einen langen, rot-orangen bart wachsen haben lassen, samt einer glatze. er soll nur mehr koran-verse zitieren, nach dogmatischer ausprägung sein leben führen und jeglichen kontakt zu “ungläubigen” meiden. deswegen habe ich ihn seitdem auch nicht mehr gesehen.
es geht auch das gerücht um, seine restliche familie sei dieser ultra-konservativen gemeinschaft beigetreten. als mitglied bekommt man geld, gutes geld, dass in bosnien immer noch knapp ist, genau so wie eine anständige arbeit. irgendwo um die 300 mark, also 150 euro, sollen es pro monat und person sein. das geld soll aus saudi-arabien kommen, genau so wie die wahhabiten.

die wunderbare brücke von mostar ist sinnbild für die ewigkeit am balkan, aber auch für die brüchigkeit (PIXELIO/sunduk.clan.su)
am ende von rahic und kurz vor cande haben sie sich eine moschee aufgebaut, die langweiliger und mysteriöser nicht sein könnte. manchmal, wenn man spät abends oder früh morgens die kleine, enge straße abgeht und an diesem häuschen vorbei kommt, kann man die männer mit ihren dicken bärten sehen, wie sie ihre kinder und kleinkinder mit in den gebetsraum nehmen. wahrscheinlich um zu beten, wobei, viel dringt nicht nach außen.
überhaupt gibt es keinen wirklichen kontakt zwischen wahhabiten und den “normalen” bosnjaken, also den bosnischen moslems. die einen meiden die anderen, vermutlich, weil sich beide gruppierungen nicht sonderlich gut riechen können. was aber nicht unverständlich ist. immer öfter, seit einigen jahren schon, sehe ich vermehrt junge frauen mit kopftüchern und einer fast-ganzkörper bekleidung. nur das gesicht ist zu sehen, keine haare, keine beine, keine arme. neben ihnen gehen selbstbewusste mädls in miniröcken und undezenten dekolletees. beides irgendwie surreal.
mein ehemaliger kumpel e. will jetzt seine zweite frau heiraten. er ist immer noch jünger als ich, hat nie einen vernünftigen job gehabt, und hat seine elektro-ausbildung umsonst gemacht. doch “in bosnien ist diese sache im auseinanderfallen”, so zumindest mein friseur in rahic, der mich in solchen dingen immer auf dem laufenden haltet. er muss es ja wissen, schließlich weiß ich viele dinge auch nur von ihm. wobei, die sollen auch wirklich stimmen.
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darf geschossen werden, denn mittlerweile steht auf alles die todesstrafe. der landeskaiser hat auch immer einen flotten spruch auf lager.

LH Pröll und seine Affinität zu wohlüberlegten Aussagen.
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die ravag hat da doch auch gesendet. aus einem nazi-stollen, in der nachrkriegszeit. deswegen kann man da doch auch ein museum für den besoffen verunglückten haider hinknallen. er schon.
die ravag hat aber nicht von dort aus gesendet; schon gar nicht in der nachrkiegszeit. die ravag, also die radio- und verkehrsaktiengesellschaft, wurde von nazi-deutschland 1938 gleichgeschaltet. und hörte auf zu existieren, so wie die eigenständige österreichische identität.

wer hat denn wo gesendet, mr. dörfler? (PIXELIO/Peter von Becher)
aber, ein wenig hat er ja recht. gesendet wurde aus diesem stollen, auch in der nachkriegszeit. nämlich von der britischen besatzungsmacht, die eben nach ihren idealen einen eigenen sender (“sendergruppe alpenland”) errichtet hatte. und nicht, wie dörflers lexikalisches wissen es darlegt, der orf oder gar der vorgänger des orf.
der orf ist heute öffentlich-rechtlich, sprich eine stiftung mit eigener rechtspersönlichkeit. und keine aktiensgesellschaft, auch nicht auf gewinn ausgerichtet. schon mal institutionell nicht vergleichbar; personell noch viel weniger.
das ganze ist aber nicht vom orf selber aufgedeckt worden. sondern von einer, sagen wir mal, outgesourceten stelle. gäbe es diese stelle nicht (die der orf trotzdem noch unterstützt), niemand würde dörflers verbale eskapaden in mediengeschichtlichen angelegenheiten kanalisieren. was sind wir froh, dass wir etwas wissen.
derstandard.at – Artikel
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kaum zu glauben, dass auch ich nach all den jahren mich dazu entschieden habe, meine online-präsenz auszuweiten. mittlerweile schlage ich meinem (zweiten) arbeitgeber schon vor, online mehr zu machen, dh. mehr leute zu erreichen und flexibler zu sein.
das projekt eines weblogs ist unfassbar, va unfassbar unkompliziert und effizient. die geschwindigkeit, mit der userInnen dahinrasen, die ignoranz, mit der uninteressantem begegnet wird, ist schon verblüffend. wir können alles, wir müssen nichts. das ist ein ungemeines potential, natürlich mit gefahren, va. der einen, in dieser unüberblickbaren menge unterzugehen.
mit einem sauberen manegement sollte das aber nicht passieren. einige wiffe schreiberlinge mit motivation und laune paaren kann schon dafür sorgen, dass ohne großem mehraufwand meinungen deutlich mehr verbreitung finden. ganz einfach, ganz schnell.
der erste schreck wird auch gleich verdaut sein, wenn wir uns überlegen, dass gerade durch diese hohe summe an meinungen und geäußerten ansichten eben nicht alles nivelliert wird. große menge = kleiner preis? das gilt, glaube ich, nicht in punkto information. va. glaube ich, dass gerade durch diese anhäufung von texten, videos und bildern im netz und in den übrigen, alten, mitunter faden medien, der bedarf nach “wirklichen” nachrichten steigt. sozusagen nach den granaten unter den artikeln.
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